Landesliga-Finale am Schluchsee

Am vergangenen Samstag fand im Rahmen des Schluchsee-Triathlon das Finale der Landesliga statt. Aufgrund von Ausfällen in der Stammbesetzung startete ich wieder in der 1. Liga, was mich einerseits freut und motiviert, andererseits aber immer auch mit etwas Druck verbunden ist.  Neben Leuten wie Maurice ClavelMichael Wetzel oder Marcus Büchler zu starten bedeutet für mich eben auch, im Feld relativ weit hinten anzukommen. Das Primärziel war also wieder, den entstehenden Schaden nicht zu groß werden zu lassen. Aufgrund von Bauarbeiten auf der Radstrecke wurden alle Distanzen (um die Relevanz der Einzeldisziplinen gleichwertig zu halten) gekürzt, sodass 1,2 / 26 / 7.5 km zu bewältigen waren.

Neben den bereits genannten stieg ich gemeinsam mit Michael Dressler um Punkt 12 Uhr in den 17°C kühlen Schluchsee. Die erste von zwei Runden schwammen Michael und ich Seite an Seite, auf der zweiten Runde erarbeitete er sich einen Vorsprung von 12 Sekunden auf meine Zeit von 0:17:01 (50.Platz). Nicht viel, sollte man meinen, die Tatsache, dass ich jedoch alleine 6 der folgenden 26 Rad-km gebraucht habe, die Gruppe um Michael einzuholen zeigt, wie entscheidend selbst Sekunden beim Schwimmen sein können.

In der Gruppe erreichte ich nach sehr profiliertem Radfahren nach 0:42:46 (32. Platz) die zweite Wechselzone. Es folgte ein nicht minder hügeliger Lauf, bei welchem ich aber noch einige Athleten überholen konnte und nach 0:26:54 (37. Platz) im Ziel war. Am Ende erreichte ich mit einer Zeit von 1:29:38 den 38.Platz. In der Team-Tageswertung erreichten wir Platz 4, was uns auch für die Gesamt-Ligawertung den 4.Platz bescherte.

Alle Ergebnisse gibt’s hier.

Fazit: schöner Wettkampf, die einzigen flachen Passagen sind allerdings der Schluchsee selbst sowie die Wechselzone.

Jetzt freue ich mich wieder auf etwas längere Wettkämpfe, die mir auch besser liegen: Ulm, Transvorarlberg und schließlich Kona.

Landesliga Erbach: Endlich wieder racen!

Nachdem ich seit Lanzarote auf zahlreichen Wettkämpfen als Zuschauer anwesend war, durfte ich nun selbst wieder ran. Im Rahmen der LBS Cup Landesliga stand gestern die Olympische Distanz in Erbach auf dem Programm. Bereits im Vorfeld hatte ich mich gefreut, nach 6 Wochen Abstinenz endlich mal wieder einen rauszuhauen. Umso mehr war ich motiviert, als ich erfahren habe, dass ich für das WMF BKK Team AST Süßen aufgrund eines Ausfalls mein Debüt in der 1. Landesliga geben durfte.

Bei sehr durchwachsenem Wetter ging es um 8:45 Uhr auf die 1,5km lange Schwimmstrecke im Erbacher Baggersee, welchen ich nach 0:22:01 als 50. wieder verlassen konnte. Auch wenn dies angesichts der Gesamtzahl von 60 Startern kein gutes Ergebnis ist, bin ich persönlich mit dieser Zeit sehr zufrieden. Bereits beim Einschwimmen hatte ich ein gutes Gefühl für die erste Disziplin, welches sich im Rennen auch bestätigte, sodass ich hier sowohl mit ordentlich Power als auch (wie mir die GPS-Aufzeichnung hinterher zeigte) sehr geradlinig geschwommen bin.

Die folgenden 43km auf dem Rad waren nicht minder nass. Im strömenden Regen startete ich in der zweiten größeren Radgruppe mit dem Ziel, gemeinsam mit ein paar weiteren Athleten mit ordentlich Druck nach vorne zu fahren, schließlich ist das Radfahren derzeit meine Paradedisziplin. Das Tempo der Gruppe war allerdings schon recht ordentlich, sodass ich diesen Plan schnell verworfen habe. Gemeinsam ging es also durch den Regen in Richtung 2. Wechselzone, welche ich nach weiteren 1:10:17 als 38. erreichte.

Mit Respekt ging ich auf den abschließenden 10er, da das etwas unrhythmische Radfahren doch ein wenig Kraft gekostet hatte. Ich startete mit einer Pace von 4:00min/km auf die flache Laufstrecke und setzte mir als Ziel, über diesem Tempo zu bleiben, was mir auch gelang. So erreichte ich nach 38:16 als 35. Läufer das Ziel.

Mit einer Gesamtzeit von 2:14:32 wurde ich 42. in der Einzelwertung und konnte somit noch etwas Schadensbegrenzung in der Teamwertung betreiben: Gemeinsam mit Michael Wetzel, Martin Sommer, Tom Mager und Armin Aichinger sicherten wir uns den 6. Platz in der Mannschaftswertung.

Fazit: Gut geschwommen mit durchaus noch ordentlich Luft nach oben und stark gelaufen, wenn man bedenkt dass ich mich in den letzten Monaten kaum jenseits des 4-er Schnitts aufgehalten habe. Beim Radfahren hätte ich mehr erwartet, da mir jedoch Stephan Vuckovic auf Basis einer Leistungsdiagnostik vor einigen Tagen bereits prognostiziet hat, dass ich aufgrund des zurückliegenden IRONMAN Lanzarote evtl im oberen Leistungsbereich noch nicht ganz auf der Höhe bin, geht das in Ordnung.

Mein nächstes Rennen ist am Schluchsee in 2 Wochen. Das Training bleibt weiterhin vielseitig, bevor es dann Mitte Juli in Hinblick auf die kommenden, längeren Wettkämpfe wieder spezifischer wird.

Grundlage. Viel, oft und lange.

Das lange Wochenende habe ich für einen umfangreichen Grundlagenausdauer-Block genutzt. Das Training, vorwiegend auf dem Rennrad, hat mir gezeigt, dass ich vom IRONMAN Lanzarote ausreichend erholt bin. Ich hatte flache Etappen und richtige Berge, Sonnenbrand und Dauerregen, Solo- und Gruppenfahrten, aber eins hatte ich konstant: Spaß! Ich hab Bock auf Kona!

Während ich dies schreibe geniesse ich ein Hefeweizen und freue mich nun auf ein paar Entlastungstage, bevor noch die eine oder andere Tempospritze für mein nächstes Rennen im Rahmen der LBS-Landesliga am kommenden Sonntag in Erbach (Kurzdistanz) folgt.

2014-06-21 12.07.52

 

Wiederbelebung

Nachdem auch nach mehr als 3 Jahren kompletter Inaktivität immer noch regelmäßig Menschen auf dieser Seite rumstolpern, muss ich dem Drang nachkommen. Bereits früher erkannte Max Renko: „Fisch schwimmt, Vogel fliegt, Triathlet bloggt“. Darum erkläre ich diese Seite hiermit für wiederauferstanden.

Was ist in Zwischenzeit in sportlicher Hinsicht passiert?

  • 2011: Regeneration (oder auf gut deutsch: NIX)
  • 2012: Wiedereinstieg ins Laufen mit Höhepunkt Frankfurt-Marathon.
  • April 2013: Ein Verrückter zwingt mich kontinuierlich, in den Triathlon zurückzukehren. Schließlich gebe ich nach und melde mein „Comeback“ für Juli beim Allgäu-Triathlon.  Dass ich bis dahin bereits spontan an 2 weiteren Rennen (City-Triathlon Heilbronn, Welzheimer Triathlon) teilgenommen haben werde, ist mir zu diesem Zeitpunkt unklar.
  • Juni 2013: Beflügelt vom Heilbronn-Ergebnis werde ich mutig und melde die Challenge Walchsee für September.
  • Juli 2013: Am Tag nach dem Allgäu-Triathlon melde ich in einem Rausch der Unbesiegbarkeit den IRONMAN Lanzarote 2014 und verkünde das Projekt Hawaii-Quali 2014.
  • Oktober 2013: Das Training beginnt.
  • Februar 2014: Trainingslager auf Lanzarote mit dem alten Haudegen Günni.
  • März 2014: Ein tolles Ergebnis beim der Kurzdistanz des Abu Dhabi International Triathlon. Die Form scheint zu stimmen, die Motivation steigt.
  • Mai 2014: Bääämm!! Die Bombe explodiert! YES!!! Qualifikation und 2. Platz AK.

Details findet ihr unter Wettkämpfe.

Nächster Höhepunkt ist selbstverständlich der IRONMAN Hawaii, doch auf dem Weg dorthin wird es noch das eine oder andere Rennen geben.

Ironman Lanzarote abgesagt

Zunächst mal die gute Nachricht an alle, die starten wollen und jetzt bei der Überschrift erschrocken sind. Nein, das Rennen wurde nicht komplett abgesagt, es findet wie geplant statt 😉
Für mich allerdings nur als Zuschauer. Auch wenn ich inzwischen schon deutliche Verbesserungen im Bein spüre, bin ich nun schon seit 6 Wochen nicht mehr richtig gelaufen. Anfangs habe ich das Radtraining beibehalten, aber da ich bereits auf einem sehr hohen Niveau war, hätte ich sehr viel Zeit investieren müssen, um selbiges zu halten oder gar noch zu verbessern. Das war zwar ursprünglich auch der Plan, aber es fiel mir extrem schwer, mich mehrmals die Woche stundenlang zu quälen für einen Wettkampf, der wahrscheinlich gar nicht stattfinden wird. Also habe ich beschlossen, mich auf andere Dinge zu konzentrieren, die mir ebenfalls Spass machen und wichtig sind.
Auch wenn ich das Rennen auf Lanzarote sicher irgendwie durchstehen könnte, so sehe ich darin keinen Sinn: ich hatte für Lanzarote sehr hohe Ziele, welche ich nun definitiv nicht mehr erreichen kann. Selbst wenn ich mein Radtraining wie ursprünglich geplant durchgezogen hätte, und dann vielleicht mit einer Spitzenzeit vom Rad gestiegen wäre, so hätte ich den folgenden Wandertag psychisch garantiert nicht durchgestanden. Das Resultat wäre eine Aufgabe. Ich musste noch nie ein Rennen aufgeben, aber ich denke jeder, der bereits in den Genuss kam, muss das nicht noch einmal erleben. Fazit: ein Ergebnis, welches mich zufriedenstellen würde ist nicht zu erreichen. Darum werde ich die bereits gebuchte Reise mit meiner Freundin im All-Inclusive-Hotel andersweitig geniessen (soweit ich weiß ist Bier bis 23:00 Uhr im Preis drin 😉 ).

Momentan fahre ich neben dem täglichen Arbeitsweg sehr sporadisch Rad. Das Schwimmtraining läuft aber auf Hochtouren, erstaunlicherweise macht mir das derzeit auch am meisten Spass. Hier hagelt es Bestzeiten 🙂
Mit meiner Verletzung bin ich inzwischen auf einem Niveau, dass ich jeden zweiten Tag rund 30 Minuten laufe. Ich denke, dass ich hier in wenigen Wochen wieder voll einsteigen kann. Wie es dann wettkampftechnisch weitergeht weiß ich noch nicht. Allerdings macht mir das Laufen, speziell in reinen Laufwettkämpfen, so viel Spass, dass ich keine chronischen Verletzungen riskieren möchte. Darum gibt es für mich aus sportlicher Sicht momentan nur ein Ziel: vollständige Regeneration.

Der Strich durch die Rechnung

Dass ich mich länger nicht mehr zu Wort gemeldet hat, liegt an der unschönen Entwicklung meines Trainings. Doch zunächst mal das Positive:

Meine Sorge, dass ich durch das reduzierte Schwimmtraining auf Lanzarote hier einen Rückschritt mache hat sich nicht bestätigt: Bereits wenige Tage nach meiner Rückkehr bin ich einen Test über 1000m geschwommen, und war nur 1 Sekunde langsamer als noch vor meiner Abreise. Inzwischen bin ich wieder voll im Schwimmtraining, sodass ich mir hier weitere kleine Fortschritte erhoffe. Der Schwerpunkt liegt jetzt auf Kraftausdauer und dem anvisierten Wettkampftempo.
Nach einer regenerativen Phase bin ich inzwischen wieder ins intensive Radtraining eingestiegen. Hier bin ich ebenfalls sehr zufrieden und spüre, wie meine Form immer besser wird. Außerdem bestätigt sich inzwischen der Sinn meines veränderten Radtrainings: ich habe im Winter viel Wert auf Tempo- und Krafttraining, ziemlich wenig jedoch auf Grundlagenausdauer gelegt. Hier war ich oft skeptisch, ob mir nicht doch irgendwann die ominöse „Grundlage“ fehlt, schließlich bin ich von den kurzen harten Einheiten relativ zügig zu den langen harten Einheiten übergegangen. Da ich jedoch gestern auf meiner „Nordschwarzwald-Ballerstrecke“ über 160km einen Schnitt jenseits von meinem Roth-Split gefahren bin – fast vollständig in Aeroposition – kann ich daraus zwei Dinge ableiten: zum einen, dass meine Radform ein gutes Stück besser ist als im Vorjahr. Da ich heute abgesehen von etwas schweren Beinen keinerlei Nachwehen habe, bin ich andererseits sicher, dass mir keine Grundlage in Form von langen lockeren Einheiten fehlt. Vermutlich machen sich hier so langsam meine angesammelten Lebenskilometer bezahlt.

Das große Sorgenkind ist derzeit jedoch die dritte, meine eigentlich stärkste Disziplin: bereits auf Lanzarote hatte ich beim laufen zeitweise ein mehr oder weniger starkes Zwicken im Bereich der rechten Wade. Jedoch wollte ich im Trainingslager keine zu langen Pausen einlegen, und beschloss somit, die Wade in der folgenden Regenerationsphase ordentlich auszukurieren. Jedoch bin ich inzwischen wieder seit 3 Wochen im Ländle und praktisch nicht gelaufen. Der Schmerz lässt zwar nach, aber meine regelmäßigen Laufversuche über 1-2km zeigen, dass ich hier noch lange nicht an dem Punkt bin, an meinen normalen Umfängen anzuknüpfen. Darum ist logischerweise auch der Halbmarathon am vergangenen Wochenende für mich ausgefallen.
Im Moment bleibt mir nichts anderes übrig, als hier abzuwarten. Schwimmen und radfahren werde ich wie geplant, zumal es hier gerade echt gut voran geht.

Wechsel zum AST Süßen

Nach jahrelanger Obdachlosigkeit hat sich nun endlich ein Verein meiner erbarmt und mich warmherzig aufgenommen: ab sofort starte ich für das Ausdauersportteam Süßen.

Nachdem ich in den letzten Wochen im Landkreis Göppingen durch die Winterlaufserie etwas aufgefallen bin, wurde ich vom den benachbarten Süßenern so heftig angeflirtet, dass ich einfach nicht widerstehen konnte 😉
Bereits des öfteren wurde ich nach Wettkämpfen von Vereinen angesprochen, warum ich denn bei halbwegs brauchbarer Leistung immer noch keinem Verein angehöre, und von deren Vorteilen profitieren möchte. Ehrlich gesagt bin ich bei dieser Frage immer etwas in Argumentationsnot geraten, da es dafür generell keinen Grund gab. Umgekehrt gab es für mich bisher einfach keinen Grund, einem Verein beizutreten, da ich auch auf eigene Faust zurechtkam. Außerdem lasse ich mir bei Planung und Durchführung des Trainings ungern etwas vorschreiben. Jedenfalls habe ich mich bisher immer mit einem freundlichen Lächeln und einem „ich überlegs mir“ aus dem Staub gemacht. Warum diesmal nicht ?


Einerseits glänzt das AST Süßen mit einigen Spitzenathleten im Bereich Triathlon. Besonders zu erwähnen sind hier Leute wie Michael Wetzel oder Marcus Büchler, welche sich mit Titeln wie ITU-Langdistanzweltmeister (Amateure), Ironman-Europameister (Amateure, Altersklasse) oder „sub9“-Zeiten auf Hawaii schmücken können. Gut möglich, dass es weitere Kandidaten desselben Kalibers gibt, doch ich kenne noch nicht alle Leute 🙂 Neben einzelnen herausstechenden Athleten ist der Verein seit längerem sowohl in der Baden-Württembergischen Landesliga als auch in der Bundesliga vertreten, was für ein starkes breites Feld spricht. Außerdem erfordet die in den Ligen herrschende Windschattenfreigabe, dass man entsprechend stark schwimmen kann. Da ich bekanntlich hier Schwächen habe, erhoffe ich mir, mich vor allem in der ersten Disziplin steigern zu können. Da es beim AST „über lange Jahre gezüchtete Eigengewächse“ gibt welche in Frankfurt mit den Profis aus dem Wasser steigen, bin ich hier recht optimistisch. Außerdem denke ich, dass mich das Team insgesamt weiterbringen kann, da ich einerseits von der Erfahrung von Trainer und Athleten für meine eigenen Pläne (Lanzarote) profitieren kann, andererseits bietet mir das AST neue Herausforderungen wie Ligawettkämpfe. In welcher Form ich hier teilnehmen werde und kann, wird sich noch zeigen.
Nicht zuletzt habe ich mich deshalb so entschieden, weil die Truppe auf mich einen sehr lockeren und sympathischen Eindruck macht. Diverse Bilder, welche in Facebook rumgeistern bestätigen meine Meinung, dass man – vorausgesetzt das Verhältnis stimmt – Leistungssport durchaus mit feuchtfröhlichem Feiern kombinieren kann – vielleicht nicht unbedingt zeitgleich. Ich freue mich jedenfalls auf neue Herausforderungen und jede Menge Spass.

…it's all about performance…