Wenn die Generalprobe misslingt, wird die Premiere ein Erfolg…

…blöderweise war die Generalprobe jedoch schon ziemlich gut. Das heißt, die Premiere müsste jetzt der Wahnsinn werden 🙂 Hier mein Rennbericht:

Am vergangenen Sonntag nahm ich am Rothsee-Triathlon teil, einem Wettkampf über die olympische Distanz. Geschwommen wurden 1,5km im Rothsee, die Radstrecke führte über 40km durch das Umland – teilweise auf der Wettkampfstrecke der Challenge Roth – und zu guter letzt folgten 10km zu Fuß am Ufer des Rothsees.

Schwimmen
Gestartet wurde in Gruppen von geschätzt 100 Personen alle 5 Minuten. Da ich vermutlich eine sehr schwache Schwimmzeit bei der Anmeldung angekündigt hatte, startete ich ziemlich spät. Der Vorteil daran war jedoch, dass ich das ganze Rennen über nur am überholen war. Dazu später mehr.
Nach dem Startschuss wurde von Land aus ins Wasser gestartet. Auf den ersten Metern habe ich mich bewusst etwas zurückgehalten, um mich nicht (wie in der Vergangenheit immer) beim Schwimmen gleich derart zu verausgaben. Diese Entscheidung erwies sich als absolut richtig. Zwar musste ich immer wieder durch Grüppchen anderer Schwimmer hindurch, wobei ich auch mal den einen oder anderern Schlag kassierte, jedoch konnte ich meinen Rhythmus schwimmen. Dadurch, dass ich andauernd am überholen war, konnte ich mich auch schlecht an einem anderen Schwimmer orientieren, sodass ich mich das erste mal wirklich an den Bojen orientiert habe. Eine gute Übung, bzw. der Beweis für meine verbesserten Fähigkeiten im Freiwasserschwimmen.
Nach dem gefühlt lockeren Start habe ich nun das Tempo nach und nach angezogen. Gegen Ende war mir richtig heiß im Neo. Wenn die Wassertemperaturen in 3 Wochen höher als hier sind, und davon ist auszugehen, werde ich mir ernsthaft überlegen, ob es überhaupt Sinn macht, im Neo zu schwimmen. Mein Puls war durch die Hitze recht hoch, und ich habe vermutlich auch viel Flüssigkeit verloren. Auf der Kurzdistanz war dies nicht tragisch, auf der Langdistanz könnte mich diese Tatsache jedoch in den Folgedisziplinen evtl. mehr Zeit kosten, als der Neo bringt.
Nach knapp 24 Minuten entstieg ich dem Rothsee, und war damit absolut in meinem Soll. Ich hatte mir aufgrund meiner 1.000m-Tests eine Schwimmzeit von 24-25 Minuten prognostiziert, die ich leicht übertraf. Nach einem Wechsel, der relativ gut funktioniert hat (lediglich beim „Einsteigen“ in die Schuhe bei bereits rollendem Rad brauch ich noch etwas mehr Routine) ging es auf die Radrunde.

Radfahren
Nach leichten Schwierigkeiten beim Schuhe anziehen ging es los. Von Anfang an fuhr ich in einem hohen Tempo auf der relativ flachen (316 Höhenmeter) Radrunde. Besonders motivierend war hier, dass ich wie gesagt aufgrund meiner schlechten Startposition sehr viele Athleten überholen konnte. Beim Radfahren und Laufen überholte mich kein einziger. Beim Schwimmen habe ich ebenfalls nichts dergleichen wahrgenommen. Nach einer Fahrzeit von rund 1:03h erreichte ich die Wechselzone 2.

Laufen
Ich startete den Lauf in einem relativ kontrollierten Tempo. Wie schnell ich wirklich war, konnte ich aufgrund des verfälschten Tempogefühls durch das vorangehende Radfahren schwer sagen. Bei km1 jedoch bemerkte ich, dass dieses gefühlt lockere Tempo relativ hoch war. bei 3:43min passierte ich das erste km-Schild. Dieses Tempo konnte ich auch annähernd bis zum Schluss durchhalten, lediglich an einigen knackigen Anstiegen sowie den engen Wendepunkten verlor ich etwas Zeit. Damit schaffte ich mit der Laufzeit von 38:33min mehr als ich erwartet hätte.

Insgesamt erreichte ich mit einer Zeit von 2:09:47 den 51.Platz. Bei einer Teilnehmerzahl von weit über 1.000 bin ich damit sehr zufrieden. Außerdem spiegeln sich in den Zahlen meine Stärken und Schwächen wieder: während ich beim Schwimmen nur Platz 97 und beim Radfahren Platz 82 erreichte, landete ich beim Laufen auf dem 27. Rang.

Fazit
Der Rothsee-Triathlon ist in jedem Fall empfehlenswert. Die Organisation ist hervorragend, die Strecken sind sehr schön, und das Wetter hat in unserem Fall auch mitgespielt. Ich empfand die Temperaturen auch beim Laufen noch als erträglich, was sicher an dem Lüftchen liegt, welches hier die ganze Zeit weht.
Dies war der erste Wettkampfeinsatz meines TTs, welches erwartungsgemäß gut mit mir kooperierte :). Im Nachhinein sehe ich jedoch im Rad-Split noch am ehesten etwas Potential. Vielleicht hätte ich noch ein bisschen härter fahren können, wobei ich nicht weiß, wie gut dann der anschließende Lauf noch funktioniert hätte. Mit meiner Lauf- und Schwimmleistung bin ich jedenfalls sehr zufrieden. Roth kann kommen !

Das Training ist damit im Wesentlichen gelaufen. Die Form stimmt. Jetzt gilt es zum einen, diese Form in den folgenden 3 Wochen zuzuspitzen, gleichzeitig aber nicht zu viel zu machen, damit ich frisch in den Wettkampf gehen kann. Andererseits – und hier sehe ich einen sehr wichtigen Punkt – muss ich mir noch eine geeignete Rennstrategie überlegen. Die beste Form bringt nichts, wenn man sich zu früh im Rennen abschießt. Am Rothsee hatte ich einen Durchschnittspuls von knapp 180. Damit komme ich in 3 Wochen nicht weit. Jedoch habe ich am Wochenende wieder einmal bemerkt, dass es extrem schwer ist, sich in der Anfangsphase beim Radfahren derart zurückzuhalten, wie es auf der Langdistanz notwendig ist. Darum werde ich mir einen „Rennplan“ zurechtlegen, an den ich mich auf jeden Fall halten möchte. Mehr dazu in Kürze.

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2 Kommentare zu “Wenn die Generalprobe misslingt, wird die Premiere ein Erfolg…”

  1. Hallo,

    nach dem ich lange keinen Kommentar zu Deinen Forumbeiträgen mehr „abgelassen“ habe (habs aufgegeben ;-)), mal hier direkt was zu Deinen Ausführungen.
    Nach dem Du bei Deinem viel belächelten Interview bei 3athlon. de nicht wirklich was zu Deiner Zielzeit und damit zu Deinem „Rennplan“ rausgelassen hast, übernehm, ich das für Dich. Sehe es als Service an. Nehm auch kein Geld dafür. 😉

    Abgeleitet von Deinen Schwimmzeiten (Durchschnitt), Deiner Radzeit in Roth (gut) und Deiner Laufzeit (gut bis sehr gut) in Roth plus der gesamten Saisonleistung würde ich folgende Zielzeit für Dich tippen:

    Schwimmen: 1:06h (eher unwahrscheinlich) bis 1:10h (daher eher 1:08h von Dir anzupeilen)
    Tipp: Versuche bis Roth noch im Training das Anfangsszenario „Puls am Anschlag durch Start“ zu trainieren. Das kann Dir Körner und Nerven sparen. Wie? Bei Deinen Einheiten immer versuchen, die ersten 100-200m recht hart zu schwimmen und dann in der Belastung wieder runterkommen –> z.B. 400m (100 schnell und der Rest dann im angestrebten Ausdauertempo) oder kurze harte Sprints nicht vom Rand aus gestartet, sondern aus dem Becken heraus.

    Rad: Unter 5h (eher unwahrscheinlich, da fehlt Dir die IM-Erfahrung) bis 5:15h (eher von Dir anzupeilen wäre die 5:08h, also etwa grob 36er Schnitt)
    Tipp: Wie schon tausendfach im Forum durchgekaut. Versuche auch trotz dem Adrenalin und der Euphorie Dich zu zügeln und Deinen Rennpuls einzuhalten. Zum Puls brauch ich Dir nichts mehr zu erzählen. Sollte im oberen Bereich von GA1 sein. Das kommt Dir langsam vor, da Du ja auch ausgeruht bist, aber das ist der Schlüssel. Fehler hier werden Dir beim Schluss expotentiell um die Ohren (Beine) gehauen. Anhand Deiner Angaben würde ich so grob die 150bpm anpeilen.
    Ernährung ist an dieser Stelle noch erwähnenswert und „überlebensnotwendig“. Auf Powerbar.de kannst Du Dir grobe Anhaltspunkte geben lassen.

    Laufen: Hier wird es dann immer unschärfer mit der Vorhersage. Ich tippe aber mal um die 3:30 – 3:40h. Schneller nur, wenn Du mein Rad nicht überzockst, gut ernährt vom Rad gestiegen bist und nen guten Tag hast.
    Tipp: Ernährung immer mehr flüssig werden lassen im Laufe des Marathons und gleichmäßig Deinen Stiefel durchziehen.

    Fazit: Zwischen 9:50h (im absoluten Optimalfall) und 10:05h wird Deine Zeit liegen. > als 10:10h wäre mit dem Aufwand den Du treibst aus meiner Sicht ne Enttäuschung.

    Wir werden nach Roth noch einmal Fazit ziehen.

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