Letzter nüchtern geschriebener Blogbeitrag der Saison!

Die letzten Tage waren an triathletischer Reizüberflutung eigentlich kaum zu überbieten: Nationenparade, Registrierung, Lava Java, Underpants Run, Bike Check-in,  durchtrainierte Freaks wohin man schaut, eine Triathlonmesse in fast ganz Kona, .. und natürlich schwimmen, radfahren und laufen.

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Nach anfänglicher Verunsicherung bin ich inzwischen auch mental angekommen und fühle mich bereit für das Rennen. Ich habe keine Ahnung wie ich das Klima vertrage, bin aber auf einen harten und langen Wettkampf eingestellt. Nie zuvor war ich sportlich so erfolgreich wie in diesem Jahr. Ich hatte tolle Rennen auf mehreren Kontinenten und hoffe und wünsche mir, diese Saison nun würdig auf Hawaii beenden zu dürfen.

Morgen um 6:50 Uhr (18:50 Uhr deutscher Zeit) geht das Rennen für mich los. Allen Interessierten empfehle ich den IRONMAN Live Tracker, sowie ab 23:55 Uhr deutscher Zeit die Live-Sendung auf hr3. Darüber hinaus hält euch Nicolai Baumann auf meiner Facebook-Seite unter meinem Login über meinen Rennverlauf auf dem Laufenden, wofür ich dir, Nico, jetzt schon danke! Im Falle eines optimalen Rennverlaufs könnt ihr mit meinem Finish ab ca. 04:00 Uhr deutscher Zeit rechnen (eher etwas später).

Nun bleibt mir nur noch, mich bei euch allen für die vielen guten Wünsche zu bedanken, welche ich bereits im Vorfeld von euch erhalten habe. Ich wünsche allen eine spannende Hawaii-Nacht und einen deutschen Sieg. Allen Starten wünsche ich angenehmes Leiden und viel Erfolg beim Erreichen der selbst gesteckten Ziele.

Um die enormen Mineralstoffverluste durch die Hitze auszugleichen, hatte ich Elektrolyttabletten dabei. Soeben habe ich die letzte Tablette in Wasser aufgelöst.

Genug gelabert. Now, it’s all about performance! Let’s go!

Respekt!!!

… mit diesem Wort ist meine momentane Beziehung zum Rennen am kommenden Samstag glaube ich ganz gut beschrieben. Der heutige Lauf durchs Energy Lab hat das nicht unbedingt zum besseren verändert. Doch fangen wir mal vorne an:

Nach einer recht langen Anreise aufgrund eines verspäteten Fluges sind wir in den frühen Morgenstunden des Freitag gut aber müde in Kona angekommen. Nach einer kurzen Nacht ging es mit dem Rad zur nahegelegenen Kealakekua Bay zum schwimmen und anschließend wieder zurück. Bereits hier bemerkte ich wie mein Körper mit den extremen klimatischen Bedingungen zu kämpfen hat. Im Nachhinein muss ich zugeben, dass ich mich in den ersten Tagen auf der Insel etwas zurückhalten hätte sollen. Den Samstag verbrachte ich ruhiger mit einer Schwimmeinheit auf der Wettkampfstrecke sowie einem locken Lauf.

Heute sollte dann eine letzte Belastung auf dem Rad folgen. Mit dem Bus ging es nach Hawi zum Wendepunkt der Radstrecke und dann pedallierend zurück nach Kona. Ich entschied mich für eine Unterbrechung beim Abzweig zum Energy Lab, wechselte in die Laufschuhe und lief die insgesamt knapp 7 km ins Lab und wieder raus, bevor ich gemütlich zurück nach Kona radelte. Der kurze Lauf auf dem oft als härtesten des gesamten Rennens bezeichneten Abschnitt war eine interessante Erfahrung: Ich weiß nun was mir hier am Samstag blüht. Ob ich es gut finde, dies nun bereits zu wissen, weiß ich nicht. Sagen wir mal so: es war warm da unten.🙂

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Fazit bis hierher:
Samstag wird ein schmerzhafter Tag. Obwohl ich generell gesund und fit bin, macht mir das Wetter sehr zu schaffen. Ich hoffe, in den nächsten Tagen weiter zu akklimatisieren, denn im Moment wird mir Angst und Bange bei der Vorstellung, hier eine Langdistanz auf hohem Leistungsniveau rauszuhauen.

Ansonsten ist Kona bezaubernd. Es ist eine Ehre, hier sein zu dürfen und ich genieße die Stimmung in vollen Zügen.

Montag ist Ruhetag. Dienstag steht ein letzter Lauf in der Mittagshitze an. Danach wird im wesentlichen nur noch verdammt umfangreich und intensiv gegammelt😉

Langsam wird’s ernst…

In meinem letzten Beitrag berichtete ich von Motivationsproblemen, welche durchh das starke Ergebnis beim Transvorarlberg-Triathlon zunächst aufgelöst schienen. Doch einige Tage nach dem Rennen, als die Euphorie verflogen war, kamen sie zurück. Das zunehmend herbstliche Wetter tat sein übriges, sodass ich in den letzten Wochen ganz schön beißen musste. Umso mehr bin ich stolz darauf, mein Training auf sehr hohem Niveau durchgezogen zu haben, denn so langsam weicht jeglicher Frust der Vorfreude auf das Highlight des Jahres.

Ich glaube, ich habe mich noch nie so sehr auf ein Rennen gefreut wie derzeit auf den IRONMAN Hawaii. Die meisten Rennen sind mir nicht annähernd so wichtig, und diejenigen, die es waren habe ich im Vorfeld eben auch mit enormem (selbst erzeugten) Leistungsdruck verbunden.

Daraus sollte man jedoch nicht schlussfolgern, ich hätte keine Ambitionen: mein Training verlief einwandfrei, ich habe keinerlei Verletzungen und wenn ich am 11.10. einen guten Tag erwische, prognostiziere ich Großes🙂.

Am kommenden Donnerstag geht der Flieger…

7. Rang beim Transvorarlberg-Triathlon

Aufgrund der bereits angedeuteten Einschränkungen beim Lauftraining in den letzten Wochen war meine Erwartungshaltung für das gestrige Rennen etwas gedämpft. Außerdem hatte ich in den letzten Wochen auch immer wieder mit etwas Motivationsmangel zu kämpfen, da die Saison für mich nun doch schon sehr lange geht. Da kam mir so ein Hammer wie gestern gerade gelegen, denn der Fuß hat gut gehalten, und die Motivation passt auch wieder.

Pünktlich um 8:00 Uhr ging es im 19°C warmen Bodensee los. Für die 1,2km lange Schwimmstrecke benötigte ich 0:19:13 und saß als 22. auf dem Rad. Auch wenn die Zeit nicht ganz meinen Erwartungen entsprach, die Platzierung passt, und wenn man der GPS-Messung meines Garmins glauben kann, war die Strecke sowieso rund 100m zu lang.

Es folgte die 94km lange Radstrecke, welche von Bregenz über einige kleinere Anstiege und schließlich über den Hochtannbergpass (1.675m) nach Lech führt. Der Transvorarlberg-Triathlon ist eigentlich für schlechtes Wetter bekannt, deshalb war die Vorhersage eines „Sonne-Wolken-Mix“ schon recht vielversprechend. Von oben bin ich während des gesamten Rennens trocken geblieben, allerdings war die zweite Hälfte der Radstrecke im dichten Nebel, weshalb die Straße nass und abfahren somit nicht ganz ungefährlich war. Ich konnte mich von meinem anfänglich 22. Rang stetig nach vorn arbeiten, so wie ich das ja inzwischen gewohnt bin. Zwar hatte ich vor dem Pass das Gefühl, bereits zu hart gefahren zu sein und am Hochtannberg zurückzufallen, das Gegenteil war jedoch der Fall: ich konnte mich von der Gruppe lösen, in welcher ich bis dahin unterwegs war und weitere Plätze gutmachen. Nach 3:01:21 erreichte ich auf Position 8 die Wechselzone in Lech. Leistungsdaten vom Radfahren gibt es hier.

Jetzt wurde es aufgrund der fehlenden Laufkilometer spannend. Die Laufstrecke von 2x6km geht über Asphalt, Schotter und Wiesen, von flach bis sausteil ist alles dabei. Man kommt nur an wenigen Passagen in einen richtigen Rhythmus. Gemeinsam mit 2 weiteren Athleten ging es zu dritt (Plätze 8-10) auf die erste Runde. Aufgrund meiner TOP-10-Platzierung nach dem Radfahren wollte ich diese um jeden Preis halten. Während einer der beiden schnell abgehängt war, lief ich mit dem anderen hartnäckigen Kollegen die ersten Kilometer Seite an Seite. Irgendwann konnte er sich leicht absetzen, jedoch stellte ich schnell fest, dass er wirklich noch mehr Körner als ich hatte, weshalb ich ihn leider ziehen lassen musste. 2 weitere Athleten vor uns fielen zurück, sodass ich die zweite Hälfte des Laufs als 7. absolvierte und diesen Platz auch sicher mit einer Zeit von 0:49:01 ins Ziel brachte. Was ich erst im Ziel erfuhr: ich hatte damit die viertschnellste Laufzeit des Tages, was für mich immer noch eine absolute Überraschung ist, da ich mich eigentlich auf den „sterbenden Schwan“ beim Laufen eingestellt hatte. Für das gesamte Rennen benötigte ich 4:13:10.

Alle Ergebnisse gibt es hier.

Fazit: Leider knapp an den Preisgeldrängen vorbei aber dennoch hochzufrieden. Auch über die Platzierung hinaus fühlt man sich schon ernst genommen, wenn man nicht einmal 15 Minuten nach dem Sieger durchs Ziel fliegt.

Die fehlenden Laufkilometer habe ich gestern nicht bemerkt, heute spüre ich sie jedoch in jeder Faser meiner Wadenmuskulatur. Jetzt hoffe ich, dass mein Lauftraining nach Plan verläuft. Beim Rest muss ich am Training nicht viel anpassen, ich bin auf Kurs.

Die Saison ist fast um. Es steht nur noch ein Rennen bevor. Der IRONMAN Hawaii. Fühlt sich irgendwie geil an!😉
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Letzter Test vor Kona

Eigentlich wollte ich am vergangenen Sonntag noch einen Halbmarathon gelaufen sein. Doch genauso spontan wie dieses Rennen in meine Wettkampfplanung aufgenommen wurde, so schnell war es auch wieder aus selbiger verschwunden: ich hatte mir bei der Rollwende beim Schwimmen so blöd den Knöchel angeschlagen, dass ich aufgrund von Schmerzen eine 2-wöchige Laufpause hinter mir habe. Laut Arzt hat der eigentliche Bewegungsapparat zwar nichts abbekommen, aber da es seitdem am Fuß an verschiedenen Stellen etwas zwickt, will ich in Hinsicht auf Hawaii nichts riskieren. Dementsprechend musste ich das Lauftraining etwas vernachlässigen, fahre es aber gerade wieder hoch und bin optimistisch, in Kürze wieder spezifisch trainieren zu können.

Radfahren und Schwimmen läuft perfekt nach Plan. Dieser ist: den am Sonntag anstehenden Transvorarlberg-Triathlon aus dem Training heraus bestmöglich zu bewältigen und im Training alles auf Kona zu setzen. D.h. mangels einer spezifischen Vorbereitung sowie dem Lauf-Defizit sind am kommenden Wochenende keine Wunder zu erwarten.

Gesamt-Fünfter beim Einstein-Triathlon Ulm: Hawaii kann kommen!

Viel habe ich im Vorfeld gerechnet und prognostiziert und habe dadurch eine Top-10-Platzierung als mein hohes, aber erreichbares Ziel für den Einstein-Triathlon Ulm definiert. Den auferlegten Druck manches Vereinskollegen, dass „Top 5 drin sein müsste“ habe ich erfolgreich ignoriert. Dass es dann exakt Platz 5 geworden ist hätte ich nicht für möglich gehalten und ich freue mich sehr über dieses grandiose Ergebnis.

Bereits am Vortag war ich extrem entspannt dafür, dass ein doch relativ langer und mir persönlich auch wichtiger Wettkampf bevorstand. So konnte ich auch in der Nacht auf Sonntag sehr gut schlafen und fühlte mich gut erholt. Während der Wetterbericht in den Vortagen alles mögliche vorhersagte, war es nun eindeutig: es wird ein nasser Tag, und das nicht nur beim Schwimmen.

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Um 9:45 Uhr ging es in der 14,x°C warmen Donau also mit der 3,4 km langen Schwimmstrecke los, welche jedoch aufgrund der Strömung ungefähr einer Strecke von 2,0 km entsprach. Ich kam schnell in einen guten Rhythmus und fühlte mich wohl im Wasser. Jedoch musste ich praktisch die gesamte Strecke alleine zurücklegen: vor mir bildete sich eine größere Gruppe, welche jedoch zu weit von mir entfernt war, hinter mir hatte ich immer mal wieder ein paar Finger an den Füßen, jedoch konnte ich nicht vom Wasserschatten anderer Athleten profitieren da keiner überholt hat und ich mit meinem Tempo eigentlich auch gut zurecht kam. Nach 0:30:46 hatte ich die erste Disziplin als 15. (26. unter Berücksichtigung späterer Startgruppen) beendet.

Die nun folgende, sehr abwechslungsreiche Radstrecke besteht im Wesentlichen aus einem 13 km langen Flachstück, gefolgt von einem gut profilierten 2. Teil mit einigen richtig steilen Rampen. Insgesamt waren 2 Runden a 40 km zurückzulegen. Ich hatte ordentlich Druck in den Beinen und konnte in der ersten Radrunde einige Plätze nach vorne fahren. Während hier die Straße aufgrund des Regens noch komplett nass und somit Vorsicht auf den rasanten Abfahrten geboten war, hatte es inzwischen aufgehört zu regnen und die zweite Runde war sowohl von oben als auch von unten deutlich trockener. Nun fuhr ich in einer Gruppe mit 2 weiteren Athleten auf den Positionen 5-7, darunter auch Rainer Aumann, der spätere Sieger. Vorgenommen hatte ich mir, rund 270 Watt zu drücken, am Ende hatte ich 277 Watt (293 Watt normalisiert) auf der Uhr. Garmin-Daten vom Radfahren gibt es hier. Nach 2:13:30 stieg ich als 5. vom Rad und wechselte mit den beiden Konkurrenten gemeinsam auf die Laufstrecke.

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Auch wenn ich die zweite Runde etwas passiver und taktischer angegangen bin als die erste (mein primäres Ziel war, innerhalb der Top 10 zu finishen), hatte ich doch ordentlichen Respekt vor dem noch anstehenden 20-km-Lauf, ungewiss was die Beine noch hergeben. Im Nachhinein muss ich jedoch einmal mehr erkennen, dass ich bei ausreichender (oder gefühlt deutlich übermäßiger) Ernährung auf dem Rad den anschließenden Lauf deutlich über meinen eigenen Erwartungen runterspulen kann.

Der Plan war, den Lauf mit einem Tempo von ungefähr 4:00/km zu absolvieren, daran habe ich mich auch gehalten. Jedoch musste ich die beiden anderen Jungs schon kurz nach dem Start ziehen lassen, da beide deutlich schneller gelaufen sind – wie sonst hätte Rainer noch einen Sieg erzielen können.🙂 Die flache Strecke entlang der Donau bewältigte ich als 6. mit viel Luft nach vorne und hinten. Auf der letzten Runde tauchte jedoch für mich überraschend doch noch ein Konkurrent vor mir auf, welchen ich überholen konnte und somit den 5. Platz ins Ziel brachte. Auch wenn ich gegen Ende etwas langsamer wurde bin ich mit dem Lauf in 1:17:30 sehr zufrieden.

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Unterm Strich wurde ich in einer Zeit von 4:05:45 Gesamt-Fünfter. Glückwunsch an meine AST-Teamkollegen Nicole Schneider, die das Frauenrennen gewann, Michael Wetzel (starker 2. Platz), Armin Aichinger (25. Platz bei seiner Mitteldistanz-Premiere), Steffen Holder (34. Platz) und Simon Weißenfels (88. Platz). Alle Ergebnisse gibt es hier.

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Das Rennen war ein toller Test für Hawaii. Das schöne an Mitteldistanzen ist aus meiner Sicht das hohe Tempo, welches man trotz relativ langer Renndauer gehen kann. Vor allem beim Radfahren geniesse ich es, mit „richtig fett Druck“ durch die Ortschaften zu ballern. So hatte ich trotz teilweise schlechtem Wetter jede Menge Spaß während des Rennens.

Einen Satz habe ich gestern und heute besonders oft von anderen Athleten gehört: „Jetzt kann Hawaii kommen!“

Ja! Definitiv! I am ready!😉

Schwäbisch Abu Dhabi

Morgen ist es endlich soweit: nach längerer Pause starte ich zum ersten Mal seit dem IRONMAN Lanzarote wieder auf einer längeren Distanz: nach einigen Ligarennen geht es morgen über die Mitteldistanz in Ulm.

Der Wettkampf dient unter anderem als Vorbereitungsrennen für Kona. Im Frühjahr hatte ich mit der Mitteldistanz in Abu Dhabi sehr gute Erfahrungen hinsichtlich der Vorbereitung auf Lanzarote gemacht. Ulm ist zeitlich fast auf den Tag genau gleich weit von Kona entfernt wie Abu Dhabi von Lanzarote.

Wieder habe ich mich im Vorfeld viel in der angestrebten Mitteldistanz-Intensität bewegt und aufgrund des erfolgreichen Trainings hohe Erwartungen an mich selbst. Wieder habe ich in den letzten Tagen das Training deutlich reduziert. Wieder fühle ich mich dennoch irgendwie nicht perfekt erholt. Und wieder ist mir das egal, ich werde morgen trotzdem in Topform sein🙂 .

Also alles wie gehabt.

…it's all about performance…